Fallstudie

Wyre

Fallstudie Wyre

Gemeinsam mit Snowflake und Nordend gestaltet Wyre die digitale Zukunft Flanderns

Das sichtbarste Zeichen dieser Transformation zeigt sich überall im flämischen Straßenbild: der massive Ausbau des Glasfasernetzes. Hinter diesen Erdarbeiten verbirgt sich jedoch eine ebenso komplexe digitale Infrastruktur. Wyre, ein Joint Venture von Telenet und Fluvius, steht vor der Aufgabe, Flanderns größtes Breitbandnetz zu betreiben und zukunftsfähig auszubauen. Um dieses Ziel zu verwirklichen, musste Wyre ein eigenes, unabhängiges Datenökosystem aufbauen. Mit Snowflake als Herzstück und Nordend als strategischem Partner ebnet Wyre den Weg für eine datengesteuerte Zukunft.

Wyre ist ein einzigartiger Akteur in der belgischen Telekommunikationslandschaft. Als Infrastrukturunternehmen verwaltet es sowohl das bestehende Hybrid Fiber Coax-Netz (HFC) als auch das brandneue Fiber to the Home (FTTH)-Enrollment. Die Herausforderung besteht darin, die Qualität und Leistung des bestehenden Netzes für Millionen von Kunden zu sichern und gleichzeitig in Rekordzeit eine völlig neue Glasfaserinfrastruktur aufzubauen. Für eine Organisation, die diese beiden Welten miteinander verbinden muss, sind genaue und schnell verfügbare Daten die einzige zuverlässige Orientierungshilfe.

„Nordends Know-how hat entscheidend dazu beigetragen, dass unsere internen Datenkapazitäten gewachsen sind und wir uns nun selbst um die Daten kümmern können.“

Bregt Cabus, Teamleiter Daten bei Wyre

Notwendigkeit einer dedizierten Plattform

Snowflake als unabhängiger Motor

Doch bis vor kurzem waren diese Daten nicht leicht zugänglich. Wyre befindet sich in einer einzigartigen und manchmal paradoxen Lage. Aufgrund strikter gesetzlicher Vorgaben zum „Level Playing Field“ sowie interner Sicherheitsrichtlinien hat das Wyre-Team keinen direkten Zugriff auf die Quelldaten in den Systemen der Muttergesellschaft Telenet. Wichtige Informationen über das Netzwerk, die Kundenstandorte und die technischen Assets werden in stark gesicherten Oracle-Datenbanken gespeichert.

Bregt Cabus, Teamleiter Daten bei Wyre, erläutert die Notwendigkeit der proprietären Plattform:
„Mit Wyre verwalten wir das größte Netz in Flandern. Dies stellt uns vor große operative Herausforderungen. Wir müssen nicht nur das Koaxialnetz am Laufen halten und die Kundenerfahrung überwachen, sondern auch den massiven Glasfaserausbau koordinieren. Um dies effizient zu gestalten, mussten wir eine Lösung finden, unsere Daten unabhängig von den getrennten IT-Landschaften unserer Muttergesellschaften zu analysieren und zu verwalten.“

Daher war die Wahl von Snowflake strategischer Art. Wyre setzte auf einen „Clean Slate“: eine cloudnative und skalierbare Plattform zur Konsolidierung umfangreicher technischer und kommerzieller Datenmengen. So entstand die Vision einer zentralen Snowflake-Umgebung, bestehend aus 12 Datenbanken, als „Single Source of Truth“ für das gesamte Unternehmen.

Kontinuierlicher, zuverlässiger Datenstrom

Überbrückung mit FME

Während die initiale Befüllung eines Data Warehouse oft problemlos ist, stellt die Gewährleistung eines jederzeit kontinuierlichen und zuverlässigen Datenflusses eine komplexe Aufgabe dar. An diesem Punkt sind das Know-how von Nordend und die Stärke von FME entscheidend. Da direkte Datenbankverbindungen aufgrund strenger Sicherheitsvorgaben häufig nicht realisierbar waren, wurde eine automatisierte Schnittstellenlösung als Brücke implementiert.

Nordend wurde mit der Orchestrierung der Datenflüsse zwischen den verschiedenen Quellen und Snowflake beauftragt. Damit wird der großen Vielfalt an Datenquellen Rechnung getragen. Hierbei handelt es sich nicht nur um Tabellendaten, sondern auch um geografische Daten und externe Informationen, die über APIs eingebracht werden. Die Rohdaten gelangen zunächst in einen Landing-Bereich in Snowflake und werden dann validiert und für die Unternehmensanalysten aufbereitet. Fehlerhafte Daten in der Quelle werden erkannt, bevor sie die Berichte verfälschen können.

Marnick Clé, FME-Experte bei Nordend und fester Teil des Wyre-Teams, verdeutlicht die Komplexität: „Wir arbeiten in einer Umgebung, in der man nicht einfach ein Kabel einstecken kann. Wir müssen Daten aus Oracle-Schemata abrufen, geografische Shape-Dateien verarbeiten und über APIs auf externe Daten zugreifen. Diese Informationen werden zunächst in einer Landing Zone in Snowflake gesammelt und anschließend in verwertbare Erkenntnisse umgewandelt.“

Mit FME Flow müssen diese Prozesse nicht mehr manuell durchgeführt werden. Wo früher fehleranfällige und veraltete CSV-Exporte zirkulierten, sorgen heute robuste, automatisierte Pipelines für Datensicherheit.

„Die Synergie mit Nordend war die Initialzündung für ein starkes Wachstum innerhalb unserer Datenorganisation. Durch ihre architektonische Expertise und das proaktive Mitdenken haben sie unser internes Wachstum entscheidend gefördert.“

Bregt Cabus, Teamleiter Daten bei Wyre

Stabilität und Erfahrung

Strategische Partnerschaft für Wachstum

Die Nordend-Mitarbeiter zeichnet Engagement über das geforderte Maß hinaus aus. In dem dynamischen Umfeld von Wyre übernehmen sie die Rolle von Prozessarchitekten. Ob vor Ort oder virtuell: Marnick Clé und seine Kollegen sitzen mit den Dateningenieuren von Wyre an einem Tisch. Sie beherrschen nicht nur die Snowflake-Architektur, sondern verstehen auch die physische Infrastruktur eines Glasfaseranschlusses in einem Mehrfamilienhaus. Zu einem Zeitpunkt, als Wyre noch dabei war, sein eigenes Datenteam aufzubauen, brachte Nordend schon die notwendige Stabilität und Erfahrung mit.

Bregt Cabus sieht Nordend daher als die treibende Kraft für das Wachstum seiner Abteilung: „Ich denke, dass die Synergie mit Nordend die Initialzündung für ein starkes Wachstum innerhalb unserer Datenorganisation war. Marnick wurde als einer der ersten in das neue Datenteam aufgenommen. Euer Know-how hat entscheidend dazu beigetragen, dass unsere internen Datenkapazitäten gewachsen sind und wir uns nun selbst um die Daten kümmern können.

Dieses Wachstum schlägt sich in einer proaktiven Kultur nieder. Nordend denkt mit, wenn es um die Architektur der Snowflake-Datenbanken geht und traut sich, bestehende Prozesse in Frage zu stellen. Wenn Standardverfahren aufgrund technischer Beschränkungen der Muttergesellschaften an ihre Grenzen stoßen, entwickelt Nordend unkonventionelle Lösungen oder temporäre Workarounds, um die Geschäftskontinuität sicherzustellen.

Hohe Einsätze

Die digitale Blaupause für Glasfaser

Bei diesem Snowflake-Projekt steht viel auf dem Spiel. In der Welt der Telekommunikation sind korrekte Daten der direkte Schlüssel zum betrieblichen Erfolg. Ein konkretes Beispiel ist der Bericht „Connectable Premises“. Anhand dieses Berichts kann Wyre präzise ermitteln, welche flämischen Haushalte zu welchem Zeitpunkt an das Glasfasernetz angeschlossen werden können.

Dabei handelt es sich aber nicht um eine bloße Aufzählung, sondern um eine komplexe Verknüpfung von Netzkapazitäten, kommerziellen Erhebungen und Zeitplänen der Auftragnehmer.“ Marnick Clé: „Wir haben diesen Prozess in eine ‚First-Time-Right‘-Operation umgewandelt. Die Daten werden in Snowflake konsolidiert, validiert und für das Unternehmen aufbereitet. Das spart nicht nur enorm viel Zeit, sondern vermeidet auch Diskussionen über die Richtigkeit der Zahlen.“

Diese Genauigkeit ist auch für die Techniker im Außendienst entscheidend. Für eine sichere Verlegung von Glasfaserkabeln müssen die Geodaten des Bestandnetzes absolut präzise sein, damit keine Grabungsschäden entstehen. Hier bildet die Snowflake-Umgebung den digitalen Bauplan des Netzes.

Internes Wachstum

Ein datengesteuerter Marktführer

Die Reise mit Nordend ist noch lange nicht zu Ende. Mit der Beschleunigung des Glasfaserausbaus in Flandern steigt der Bedarf an mehr Echtzeit-Einblicken und fortschrittlichen Analysen in Snowflake. Wyre hat sich seither von einem Start-up-Joint-Venture zu einer vollwertigen, datengesteuerten Organisation entwickelt, die ihren eigenen Kurs verfolgt.

Das Fazit von Bregt Cabus: „Wenn man sich die vergangene Periode ansieht, ist „Wachstum“ das Schlüsselwort. Das Know-how von Nordend hat unser internes Wachstum maßgeblich gefördert. Wir haben jetzt die Tools und das Wissen, um die großen Datenmengen beim Glasfaserausbau effektiv zu bewältigen. Dank der individuellen Zusammenarbeit mit Nordend haben wir genau den Partner, den wir für den erfolgreichen Netzaufbau brauchen.

Herausforderungen

  • Wichtige Quelldaten waren in den Systemen der Muttergesellschaften hinter hohen Sicherheitsvorkehrungen und strengen Wettbewerbsregeln abgeschirmt.
  • Wyre etablierte eine eigene Daten-Landschaft, um bei der Datenanalyse und dem Reporting unabhängig agieren zu können.
  • Kombination von technischen Netzdaten (Koax/Glasfaser), geografischen Daten (GIS) und kommerziellen Informationen (Erhebungen und Abrechnungen).
  • Aufbau eines Systems, das mit der enormen Geschwindigkeit des Glasfaserausbaus in Flandern mithalten kann.

Ergebnisse

  • Realisierung einer zentralen Cloud-Umgebung in Snowflake mit 12 Datenbanken als Single Source of Truth.
  • Zuverlässige, tägliche Synchronisation von Daten aus Oracle, APIs und Shape-Dateien mit Snowflake über FME.
  • Automatisierung komplexer Prozesse, wie z. B. des Berichts „Anschließbare Räumlichkeiten“, der die Grundlage für die Planung und Rechnungsstellung bildet.
  • Wyre hat sich von einer abhängigen Position zu einer Organisation entwickelt, die ihre Datenkapazitäten selbst verwaltet und ausbaut.

Lösungen & Technologien

  • Snowflake
  • FME Form & FME Flow
  • Oracle & GIS-Integration